
Glaube Religion
Vierzehn Nothelfer
Kleindenkmale – Glaube, Religion, Frömmigkeit
Kreuze sind markante und häufige Kleindenkmale vor allem in katholischen Gebieten in der Landschaft.
Die Anordnung Papst Leos III. um 800, an Wegstellen, an denen man sich zu begegnen pflegt, Kreuze zu errichten, stieß auf offene Ohren. Sie sind das christliche Zeichen für den Kreuzestod Christi.
Kreuze werden aufgestellt, um den Beistand und Segen Gottes und den Schutz vor Bösem für Mensch, Tier und die Fluren zu erbitten. Sie erinnern an überstandene Gefahr und Not, bringen Dankbarkeit zum Ausdruck und mahnen die Vorübergehenden. Kreuze dienen zudem als Stationen bei Prozessionen und Umgängen, wie der Öschprozession oder der Prozession an Christi Himmelfahrt.
Die Kreuze, mit oder ohne Korpus, werden als Wegkreuz, Flur- oder Feldkreuz und mit Korpus als Kruzifix bezeichnet. Daneben gibt es die Hauskreuze an den Hauswänden außen, wie auch Hofkreuze. Das zentrale Kreuz auf einem Friedhof ist das Friedhofskreuz. Das Gipfelkreuz liegt auf dem höchsten Punkt eines Berges weithin sichtbar. Daneben gibt es das Gedenkkreuz, wie zum Beispiel ein Missionskreuz.
Das Kreuz kann verschiedene Formen haben wie zum Beispiel das Andreaskreuz oder das Tatzenkreuz. Oder es hat den Namen durch seine Funktion: Auf dem Arma-Christi-Kreuz sind die die Leidenswerkzeuge, die bei der Kreuzigung Christi eine Rolle spielen, abgebildet, in manchen Fällen ist noch der römische Legionär Longinus zu Pferd dabei, der seine Lanze in die Seite Christi stößt. Um den Wettersegen zu erbitten, werden die Wetterkreuze errichtet. Das Caravaca-Kreuz, benannt nach einem Wallfahrtsort in Spanien, weist zwei Querbalken auf.
Die Pestkreuze sind Überbleibsel aus schlimmen Zeiten, als die Pest über das Land hereinbrach und gnadenlos in das Leben aller Menschen eingriff. Pestkreuze wurden an allen aus oder in den Ort führenden Straßen aufgestellt. Durch ständige Erneuerung der einfachen Holzkreuze haben sich die angestammten Standorte erhalten. Es gibt mögliche Begründungen für ihre Errichtung: zur Warnung von Vorübergehenden, aus Dankbarkeit für überstandene Gefahr, als Abwehrzauber.
Bildstöcke finden sich an markanten Stellen in der Landschaft, an Prozessions- und Wallfahrtswegen, in Form von Kreuzweg- oder Kapellenwegstationen oder stehen auf einem privaten Grundstück und entlang eines Weges. Bildstöcke fordern zum Innehalten und Nachdenken auf. Sie werden wie Kreuze aus Dankbarkeit, zum Lob Gottes, aufgrund eines Gelöbnisses oder eines Gelübdes oder mit der Bitte um Segen oder um Schutz vor Bösem aufgestellt.
Es ist davon auszugehen, dass die ersten Bildstöcke aus einem lebenden Baum gehauen oder geschnitzt worden sind. Der Baumstamm war der „natürliche“ Schaft des Bildstocks, in den eine Nische geschnitzt oder an dem ein Bild angebracht wurde. Noch heute finden sich neben den Bildstöcken aus Holz oder Stein (modernere auch aus Metall) sogenannte Baumbildstöcke. Die Bildstocksetzung lässt sich am erhaltenen Bestand und an bildlichen Zeugnissen bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen.
Der Bildstock ist eine Andachtsstätte aus Holz oder Stein. Er ist ein freistehendes säulen- oder pfeilerförmiges Mal (Säulenbildstock, Pfeilerbildstock) mit Basis und einem akzentuierten Kopfteil. Seiner Gestaltung liegt in der Regel eine dreiteilige Form zugrunde: Auf einem Sockel steht der Schaft mit dem Aufsatz. Der Aufsatz hat eine oder mehrere Bildnischen oder Bildgehäuse, in dem sich das Andachtsbild als gemaltes Bild, als Relief oder als Figur oder Figurengruppe befindet (weitere Bezeichnungen: Tabernakelbildstock, Kapellenbildstock bei dem der Innenraum nicht begehbar ist). In vielen Fällen ist der Aufsatz mit einem Kreuz bekrönt. Zahlreiche Bildstöcke tragen Inschriften.
Sie prägen die Landschaft vor allem in katholischen Gebieten als Hofkapellen auf im freien Gelände liegenden Gehöften oder als Feld- und Wegkapellen im Bereich des Ortsetters und in der freien Flur. In vielen Fällen dienen sie der privaten Andacht.
Die Bezeichnung Kapelle leitet sich von mittellateinisch cappella, „kleiner Umhang“ her. Der „Umhang“ diente ursprünglich als einfache Umkleidung und dem Schutz von Heiligenfiguren oder eines Kreuzes.
Meist wurden und werden die kleinen Andachtsinseln auf Grund eines Gelübdes oder aus Dankbarkeit errichtet. Die Gestaltungsformen sind an den Kirchenbau angelehnt, die Materialien sind Stein, manchmal Holz. Ihre Form ist vielfältig und reicht vom traditionellen bis zum individuellen zeitgenössischen Bauen. Im Mittelpunkt steht ein Betraum mit wenigen Sitz- oder Stehplätzen. Oft ist ein kleiner Glockenturm oder Dachreiter vorhanden.




























